Erster Schritt eines grösseren Austauschs

Die Ukraine hat nach Angaben des Koordinationsstabs für Kriegsgefangene 205 Verteidiger aus russischer Gefangenschaft zurückgeholt. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem Austausch im Verhältnis 205 zu 205 und bezeichnete ihn als ersten Schritt eines grösseren Formats von 1000 gegen 1000.

Unter den Freigelassenen sind Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere. Mehr als fünfzig von ihnen sollen Offiziere sein.

Viele waren seit 2022 in Gefangenschaft

Nach Angaben des Koordinationsstabs befanden sich fast alle nun freigelassenen Soldaten seit vier Jahren in Gefangenschaft. Ein grosser Teil geriet bei der Verteidigung von Mariupol in russische Hand, darunter Kämpfer von Asowstal.

Die Rückkehrer kämpften an Frontabschnitten bei Donezk, Luhansk, Charkiw, Cherson, Saporischschja, Sumy und Kiew. Unter ihnen ist auch ein Angehöriger der Nationalgarde, der beim Kernkraftwerk Tschornobyl in Gefangenschaft geraten war.

Der jüngste freigelassene Soldat ist 21 Jahre alt, der älteste 62.

Medizinische Versorgung nach der Rückkehr

Die freigelassenen Militärangehörigen sollen in medizinische Zentren gebracht werden. Dort sind Untersuchungen, weitere Behandlung und medizinische Rehabilitation vorgesehen. Zudem sollen sie Unterstützung erhalten, Dokumente ausgehändigt bekommen und die vorgesehenen Geldleistungen erhalten.

Im Zusammenhang mit dem Gefangenenaustausch berichteten russische öffentliche Kanäle zudem über einen Austausch von Leichen gefallener Soldaten. Demnach soll die Ukraine 526 Leichen erhalten, Russland 41.