Weniger Oberstufenschüler, weniger Studienanfänger
In der Ukraine verschärft sich nach Angaben des Dozenten und Bloggers Mychajlo Wyssozkyj der Mangel an Oberstufenschülern, insbesondere unter männlichen Jugendlichen. Das wirke sich direkt auf die Zulassung zu technischen und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen aus.
Wyssozkyj sagte, viele 11. Klassen seien bei den Jungen inzwischen nur noch halb gefüllt. Ganze Gruppen gingen zum Studium nach Warschau oder Prag. Dahinter stehe nicht in erster Linie die Ausbildungsqualität, sondern der Wunsch vieler Familien nach einem ruhigeren und planbaren Alltag.
11. Klassen sind halb leer, weil ganze Klassen von Jugendlichen ins Ausland gehen, um dort zu studieren. Die Situation bei der Zulassung in Fächern, in denen es früher viele männliche Studierende gab, ist sehr schwierig. Einige Mütter bringen ihre Söhne jetzt ins Ausland, weil sie befürchten, dass sie später nicht mehr ausreisen können. Derzeit gibt es fast bei allen ingenieurwissenschaftlichen und technischen Fachrichtungen zu wenige Bewerber.
Mychajlo Wyssozkyj · Dozent der Kiewer Taras-Schewtschenko-Universität
Sicherheitslage und Ausreiseängste als Faktoren
Als Gründe nannte Wyssozkyj den Wunsch vieler Eltern, dass ihre Kinder unter ruhigeren Bedingungen und im Präsenzunterricht lernen können. Während Luftalarm und Schutzräume den Schulalltag in der Ukraine weiterhin prägen, erscheint ein Studium im Ausland für manche Familien als verlässlichere Option.
Besonders bei Jungen spiele zudem die Sorge eine Rolle, dass eine spätere Ausreise schwieriger werden könnte. Laut Wyssozkyj betrifft der Bewerbermangel inzwischen fast alle ingenieurwissenschaftlichen und technischen Fachrichtungen.
Gerade diese Bereiche gelten für die Ukraine als wichtig, weil sie mit Industrie, Technologieentwicklung und militärisch relevanter Innovation verbunden sind.




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