Zahlreiche Fluchtversuche über die rumänische Grenze
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs sind nach Angaben rumänischer Grenzschützer rund 32'000 ukrainische Männer illegal nach Rumänien gelangt. Das berichtete die deutsche Zeitung Bild unter Berufung auf rumänische Behördenvertreter.
Viele Männer wählen demnach den Weg über das Gebirge. Dort gibt es nur wenige Strassen, wenig Verkehr und eine geringere Kontrolldichte. Gleichzeitig sind die Bedingungen besonders hart: Kälte, unwegsames Gelände und nächtliche Märsche ohne Licht führen immer wieder zu schweren Verletzungen und Todesfällen.
Einzelfälle zeigen die Risiken
Besonders gefährlich sind Fluchtversuche ohne geeignete Ausrüstung. Rumänische Grenzschützer und Rettungskräfte kontrollieren laut dem Bericht Bahnhöfe und Busstationen gezielt auf junge Männer mit touristischer Ausrüstung. Deshalb machen sich manche ohne passende Kleidung oder Schuhe auf den Weg oder schicken Rucksäcke vorab per Post.
Ein 26-jähriger Postbote aus der Region Iwano-Frankiwsk wurde nach einem Fluchtversuch in kritischem Zustand gefunden und per Helikopter in ein rumänisches Spital gebracht. Er sei inzwischen aus dem Koma erwacht, habe aber beide Nieren verloren.
Gestern habe ich mit meiner Mutter gesprochen. Jetzt weiss sie: Ich bin frei.
Rettungskräfte berichten zudem von Männern, die nachts ohne Licht durch die Berge gehen und dabei Schluchten oder Felsspalten übersehen. Manche würden erfroren aufgefunden.

Mindestens 70 Todesfälle seit 2022 registriert
Die ukrainische Grenzschutzbehörde meldete am selben Tag einen weiteren Todesfall bei dem Versuch, das Land illegal zu verlassen. Eine Frau hatte rumänische Grenzschützer informiert, dass ihr Mann die Grenze habe überqueren wollen, unterwegs aber gesundheitliche Probleme bekommen habe. Rettungskräfte fanden ihn demnach nur noch tot.
Nach Angaben der ukrainischen Grenzschutzbehörde wurden seit Anfang 2022 mehr als 70 Todesfälle von Männern bei Versuchen einer illegalen Grenzüberquerung registriert.
Die ukrainische Grenzschutzbehörde, kurz DPSU bzw. ukrainisch HPSU, ist für die Überwachung der Staatsgrenzen zuständig. Sie veröffentlicht regelmässig Angaben zu illegalen Grenzübertritten und Zwischenfällen an den Aussengrenzen.




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