Vorwürfe aus dem Parlament

Der ukrainische Parlamentsabgeordnete Jurij Kameltschuk erhebt schwere Vorwürfe gegen ein TCK und SP. Nach seiner Darstellung sei dort ein Vater von fünf Kindern getötet worden. Der Mann sei anschliessend an eine Wand gestellt worden, damit es auf einer Kamera so aussehe, als sei er selbst gestürzt.

Kameltschuk machte keine Angaben dazu, wann und wo sich der Fall ereignet haben soll. Er sagte zudem, dass dazu kein Strafverfahren eröffnet worden sei.

... den Vater von fünf Kindern haben sie auf dem Gelände des TCK und SP buchstäblich getötet. Niemand hat geprüft, wie viele Kinder er hat, niemand hat seinen Gesundheitszustand geprüft. Sie stellten ihn an die Wand, damit es auf der Kamera so aussieht, als sei er selbst gefallen. Aber das ist unmöglich, denn er ist ein gesunder Mann.

Jurij Kameltschuk · Parlamentsabgeordneter

Das TCK und SP ist in der Ukraine das territoriale Zentrum für Rekrutierung und soziale Unterstützung. Die Behörde ist unter anderem für militärische Erfassung und Mobilisierungsverwaltung zuständig.

Jurij Kameltschuk · Parlamentsabgeordneter

Weiterer geschilderter Fall und fehlende Verfahren

Der Abgeordnete schilderte zudem einen weiteren Fall, bei dem Begleitpersonen in einem Bus einen jungen Mann getötet haben sollen, nachdem es beim Transport aus einem TCK in eine Ausbildungseinheit zu einem Aufruhr gekommen sei. Auch dazu sei nach seinen Angaben nichts öffentlich gemacht worden.

Es gibt tatsächlich kein einziges Strafverfahren. Ich habe nachgefragt — es gibt kein einziges Strafverfahren. Ich weiss уже nicht mehr, wo ich Alarm schlagen soll: Soll ich schon europäischen Partnern schreiben oder was? Das ist nicht der erste Fall. Ein anderer Fall, den ich bereits erwähnt habe: Man transportierte junge Männer buchstäblich aus einem konkreten TCK in eine Ausbildungseinheit. Dort rebellierte jemand. Die Begleitpersonen töteten im Bus einfach einen jungen Mann. Niemand sagte etwas dazu, weil sie Angst haben, dass man sie entweder an die Null-Linie schickt oder irgendwo in einer Militäreinheit tötet. Niemand hat auch nur eine einzige Anzeige geschrieben. Man erzählte es anonym, und andere können es nicht erzählen.

Jurij Kameltschuk · Parlamentsabgeordneter

Die Aussagen beschreiben mutmassliche Gewalt im Umfeld der Mobilisierung und den Vorwurf, dass Betroffene oder Zeugen aus Angst keine Anzeigen erstatten.

Kiew baut Präsenz des TCK auf den Strassen aus

Parallel dazu hat Kiew die sichtbare Mobilisierungsarbeit in der Hauptstadt verstärkt. Nach Angaben des amtierenden Leiters des hauptstädtischen Militärkommissariats, Walerij Krawtschenko, wurde die Zahl der TCK-Mitarbeitenden auf den Strassen in den vergangenen drei bis vier Monaten um 40 Prozent erhöht.

Wir führen Benachrichtigungsmassnahmen sowohl an Wohnorten als auch an Orten durch, an denen Menschen arbeiten.

Walerij Krawtschenko · amtierender Leiter des hauptstädtischen Militärkommissariats

Die Aussage fiel an einer Sitzung einer parlamentarischen Kommission. Sie zeigt, dass die ukrainischen Behörden die Durchsetzung der Mobilisierung in Kiew zuletzt deutlich intensiviert haben.

Walerij Krawtschenko · amtierender Leiter des hauptstädtischen Militärkommissariats