Was geplant wird
Das ukrainische Verteidigungsministerium prüft im Rahmen einer Reform der Mobilisierung eine Aufteilung der TCK in zwei Bereiche. Diskutiert werden laut einem Bericht von Ukrajinska Prawda getrennte Büros für Rekrutierung und Erfassung einerseits sowie für soziale Fragen und Auszahlungen andererseits.
Die ersten Stellen sollen demnach für die Erfassung Wehrpflichtiger, Mobilisierung und Rekrutierung zuständig sein. Die zweiten würden sich um soziale Anliegen und Zahlungen kümmern. Zusätzlich wird über spezielle «Rekrutierungshubs» gesprochen, in denen mobilisierte Männer untergebracht werden könnten.
Das TCK ist in der Ukraine das territoriale Zentrum für Rekrutierung und soziale Unterstützung. Es ist unter anderem für militärische Erfassung und Mobilisierungsverwaltung zuständig.
Weitere Änderungen in Diskussion
Nach Angaben von Quellen aus Parlament und Militärführung wird zudem über Änderungen bei den Dienstzeiten gesprochen. Im Gespräch sind Verträge mit festen Fristen: zehn Monate für bereits dienende Militärangehörige auf Kampfposten, 14 Monate für Neurekrutierte auf Kampfposten und zwei Jahre für andere Fachrichtungen.
Ausserdem wird laut dem Bericht erwogen, den Mindestlohn für Soldatinnen und Soldaten im Hinterland von 20'000 auf 30'000 Hrywnja anzuheben (von rund 420 auf rund 630 Franken). Hinzu käme ein neues System sogenannter Kampfzulagen nach dem Modell «10/20/40»: 10'000 Hrywnja pro Tag für den Aufenthalt auf einer Stellung (rund 210 Franken), 20'000 Hrywnja für stoss- und suchbezogene Einsätze (rund 420 Franken) und 40'000 Hrywnja für die Teilnahme an Offensivhandlungen (rund 840 Franken).
Nach Berechnungen der an der Reform arbeitenden Stellen könnte ein Infanterist damit auf 250'000 bis 400'000 Hrywnja im Monat kommen (rund 5'300 bis 8'400 Franken). Für die höheren Ausgaben wären bis Ende 2026 laut dem Bericht mindestens 60 Milliarden Hrywnja nötig (rund 1,3 Milliarden Franken).
Polizei statt Militär bei Zuführungen?
Im Verteidigungsministerium wurde nach Angaben einer Quelle aus der Militärführung auch eine Variante besprochen, bei der nur noch die Polizei Männer zu den TCK bringt und nicht mehr das Militär. Die Polizei habe sich dagegen ausgesprochen, danach sei die Diskussion ins Stocken geraten.
Parallel dazu bereiten die Behörden weitere Änderungen an den Mobilisierungsregeln vor. Bereits zuvor war berichtet worden, dass die Einschränkung oder Aufhebung von bisherigen Rückstellungen ein wichtiger Teil der Reform werden könnte.



