Urteil nach Verständigung mit der Staatsanwaltschaft
Ein Gericht in Winnyzja hat eine Verständigung mit den Ermittlungsbehörden im Fall der früheren Vizechefin des städtischen TCK bestätigt. Darüber berichtete der ukrainische öffentlich-rechtliche Sender Suspilne.
Die ehemalige Funktionärin, Oksana Jantschak, wurde wegen Amtsmissbrauchs schuldig gesprochen. Das Gericht verhängte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren, setzte den Vollzug jedoch aus und ordnete eine Probezeit von zwei Jahren an.
Das TCK ist in der Ukraine das territoriale Zentrum für Rekrutierung und soziale Unterstützung. Es ist unter anderem für die militärische Erfassung und Mobilisierungsverwaltung zuständig.
Vorwurf: Schläge und Würgegriff im TCK
Nach Darstellung der Ermittler war im September 2024 ein Mann mit einer gültigen betrieblichen Reservierung ins TCK gekommen. Solche Reservierungen können Mitarbeitende von Unternehmen mit kritischer Infrastruktur vorübergehend von der Einberufung ausnehmen.
Die Beschuldigte soll von dem Mann verlangt haben, einen Fragebogen für Wehrpflichtige zu unterschreiben und auf seinen Aufschub zu verzichten. Nachdem er dies verweigert hatte, soll sie ihm auf den Kopf geschlagen und ihn gewürgt haben.
Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden war auch ein weiterer TCK-Mitarbeiter an der Misshandlung beteiligt.
Geständnis und Entschädigung
Vor Gericht bekannte sich Jantschak schuldig und sprach von aufrichtiger Reue. Der Geschädigte erklärte, sein Schaden sei vollständig ersetzt worden; Ansprüche gegen die Angeklagte habe er nicht mehr.
Das Urteil zeigt, dass Verfahren gegen Mitarbeitende der Rekrutierungsbehörden in der Ukraine weiterhin auch Fälle von Gewalt und Machtmissbrauch betreffen. Zugleich macht die ausgesetzte Strafe deutlich, welches Gewicht Gericht, Geständnis und Wiedergutmachung in diesem Verfahren beigemessen haben.



