Was der Bericht festhält
Ukrainische Fernangriffe auf russische Energieanlagen haben nach Einschätzung eines Pentagon-Berichts bislang keinen wesentlichen Einfluss auf Russlands Fähigkeit, den Krieg weiterzuführen. Das Verteidigungsministerium der USA kommt laut Bericht zum Schluss, den Angriffen hätten bisher Koordination, Tempo und eine ausreichende Konzentration auf kritische militärische Infrastruktur gefehlt, um operative oder strategische Wirkung zu entfalten.
Wahrscheinlich verschafft die Feuerkraft derzeit keiner der beiden Seiten einen entscheidenden Vorteil.
Bericht des Generalinspektors des Pentagon
Gleichzeitig hält der Bericht fest, dass die ukrainischen Fähigkeiten für weitreichende Angriffe zunehmen. Zuletzt sei eine neue Reichweite von rund 1750 Kilometern tief auf russischem Gebiet erreicht worden.
Russische Vorteile, ukrainische Grenzen
Der Bericht beschreibt für Russland weiterhin strategische und operative Vorteile. Genannt werden Überlegenheit bei Truppenstärke, Artillerie, Mörsern, weitreichenden Drohnen, Gleitbomben und Raketen. Die ukrainischen Streitkräfte hätten dagegen Vorteile bei der taktischen Aufklärung, auch dank westlicher Unterstützung.
Als zentrale Belastungen für die Ukraine nennt der Bericht Mangel an Munition, Ausrüstung und Personal. Das schränke die Fähigkeit ein, grössere Offensiven durchzuführen und verlorene Gebiete zurückzuerobern. Defizite versuche die Ukraine demnach verstärkt mit Drohnen auszugleichen.
Mobilisierung und begrenzte Geländegewinne
Im Bericht werden auch Probleme bei der Mobilisierung erwähnt. Angeführt werden offizielle Schätzungen, wonach 200'000 Militärangehörige unerlaubt ihre Einheiten verlassen hätten und 2 Millionen Männer sich der Mobilisierung entzögen.
SZCh ist in der Ukraine die Abkürzung für das unerlaubte Verlassen einer Militäreinheit oder des Dienstorts. Der Begriff wird in offiziellen Debatten zur Disziplin und Personalstärke der Armee verwendet.
Zugleich verweist der Bericht auf begrenzte ukrainische Geländegewinne. Zwischen Januar und April habe die Ukraine im Rahmen einer eingeschränkten Gegenoffensive 400 Quadratkilometer zurückerobert. Laut Pentagon wären das die ersten Nettogebietsgewinne seit 2023.




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