Gericht sieht systematische Umleitung von Soldgeldern

Ein ehemaliger Leiter der Finanz- und Wirtschaftsabteilung einer Brigade der ukrainischen Streitkräfte ist laut Medienberichten unter Verweis auf eine Entscheidung des Stadtbezirksgerichts Samar in der Oblast Dnipropetrowsk zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Er soll in den Jahren 2023 bis 2025 die Bankverbindungen von Militärangehörigen geändert und deren Sold auf eigene Konten umgeleitet haben.

Nach den Ermittlungen betraf dies eine Brigade, die Kampfeinsätze an der Front im Raum Saporischschja ausführte. Insgesamt soll der Mann mehr als 9,7 Millionen Hrywnja veruntreut haben, das sind umgerechnet rund 205'000 Franken.

14 Konten eröffnet, Geld in Glücksspielen verloren

Den Angaben zufolge eröffnete der Beschuldigte dafür 14 Bankkonten. Ausserdem soll er weiterhin Zahlungen an bereits aus dem Dienst entlassene Militärangehörige verbucht und das Geld ebenfalls für sich verwendet haben. Fehlbeträge soll er in der Berichterstattung verschleiert haben.

Das veruntreute Geld soll er bei Glücksspielen verloren haben.

Festnahme Anfang 2026

Im April 2025 soll der damalige Finanzchef seine Einheit eigenmächtig verlassen haben. Um einer Entdeckung zu entgehen, habe er sein Mobiltelefon ins Ausland geschickt, ein anderes Auto gekauft und mehrfach gemietete Wohnungen gewechselt.

Anfang 2026 wurde er nach Angaben der Ermittler vom Staatlichen Ermittlungsbüro festgenommen.

Das Staatliche Ermittlungsbüro der Ukraine, kurz DBR, untersucht unter anderem Straftaten von Amtsträgern, Sicherheitskräften und Militärangehörigen.