Mehr als tausend Transporte seit Februar 2022

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs wurden aus Österreich Vermögenswerte im Gegenwert von rund 20 Milliarden Euro in die Ukraine gebracht. Dabei handelte es sich um Bargeld in Euro und US-Dollar sowie um Gold, wie die Kronen Zeitung unter Berufung auf Angaben des österreichischen Finanzministeriums berichtet.

Demnach nannte das Ministerium die Zahlen in einer Antwort auf eine Anfrage der FPÖ. Erfasst wurden 1011 Transporte mit Bargeld in Euro und Dollar sowie 19 Lieferungen von Goldbarren für die ukrainische staatliche Oschadbank. Insgesamt wurden seit Februar 2022 damit mehr als tausend einzelne Transporte organisiert.

Die Oschadbank ist eine staatliche ukrainische Bank. Sie gehört zu den wichtigen Instituten für die Versorgung mit Bankdienstleistungen und Bargeld.

Auslöser war ein Zwischenfall in Ungarn

Anlass für die parlamentarische Anfrage war ein Vorfall in Ungarn. Dort stoppte eine Antiterroreinheit zwei gepanzerte Fahrzeuge auf dem Weg von Wien nach Kiew, weil der Verdacht auf Geldwäscherei im Raum stand.

Aus der Ukraine hiess es dazu, solche Transporte entsprächen üblicher Bankpraxis. Banken führten auf diesem Weg ausländische Bargeldbestände und Edelmetalle für den eigenen Bedarf sowie für ihre Kundschaft ein.

Im Zusammenhang mit dem Vorfall hatte Kiew dem damaligen ungarischen Regierungschef Viktor Orban vorgeworfen, den Skandal aus innenpolitischen und wahlbezogenen Gründen befeuert zu haben. Nach der Wahlniederlage seines Lagers gab Ungarn die beschlagnahmten Bargeldbestände an die Ukraine zurück.