Gegensätzliche Darstellungen in New York
Der UNO-Sicherheitsrat hat sich in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Angriff auf Starobilsk in der von Russland besetzten Region Luhansk befasst. Nach russischen Angaben wurde dort ein College getroffen; sechs Menschen seien getötet worden, darunter Schülerinnen und Schüler.
Russland machte Kiew für den Angriff verantwortlich. Der ukrainische Generalstab bestritt dagegen, dass ein Bildungsgebäude Ziel des Angriffs gewesen sei. Bestätigt wurde von ukrainischer Seite ein Angriff auf Starobilsk, der nach diesen Angaben einem Stationierungsort der russischen Drohneneinheit Rubikon gegolten habe.
Vorwürfe aus Moskau, Widerspruch aus Kiew
Der russische UNO-Botschafter Wassili Nebensja sprach von einem gezielten Angriff. Er sagte, drei Wellen von Drohnen hätten denselben Ort getroffen und sprach von einer vorsätzlichen Tötung Minderjähriger.
Solche Angriffe mit weitreichenden Waffen, die dem Kiewer Regime von NATO-Staaten geliefert wurden, einschliesslich Drohnen, werden unter technischer Mitwirkung ausländischer Spezialisten aus bekannten Staaten des Bündnisses ausgeführt.
Wassili Nebensja · Russlands UNO-Botschafter
Der ukrainische Vertreter Melnyk wies die Vorwürfe als Propaganda zurück. Nach seinen Worten hätten sich die ukrainischen Operationen in der Nacht auf den 22. Mai ausschliesslich gegen die russische Kriegsmaschinerie gerichtet.
Wir wurden erneut Zeugen eines schamlosen Versuchs der Russischen Föderation, die Realität auf den Kopf zu stellen und sich hier als Opfer darzustellen.
Melnyk · Ukrainischer Vertreter bei der UNO
Westliche Staaten äussern Zweifel, China mahnt Schutz von Zivilisten an
Die Vertreterin der USA rief Russland und die Ukraine dazu auf, den Krieg zu beenden sowie eine Waffenruhe und Verhandlungen zu beginnen.
Der britische Vertreter erklärte, der Angriff auf Starobilsk könne objektiv nicht bestätigt werden, weil Russland internationale Beobachter nicht in besetzte Gebiete lasse. Später äusserten auch Dänemark und Lettland Zweifel an der russischen Darstellung und bezeichneten die Angaben zu einem Angriff auf ein College als Desinformation.
China zeigte sich über den Einschlag in Starobilsk besorgt und rief dazu auf, Angriffe auf Zivilisten zu verhindern. Zugleich sprach sich der chinesische Vertreter für einen raschen Friedensschluss aus.




Diskussion
Kommentare
Bitte bleiben Sie sachlich, respektvoll und beim Thema.
Registrieren oder anmelden, um mitzudiskutieren.
Registrieren oder anmelden