Johnson stellt sich gegen die Krisenerzählung
Der frühere britische Premierminister Boris Johnson hat sinkende Geburtenraten in vielen Ländern als positive Entwicklung bezeichnet. In einer Kolumne für die Daily Mail schrieb er, die verlangsamte Bevölkerungszunahme könne weltweit entlastend wirken.
Johnson verweist auf Entwicklungen in mehreren Staaten: In Italien würden häufiger Beerdigungen als Hochzeiten stattfinden, in Japan würden Kinderspielplätze leerer, in China stünden ganze Wohnquartiere unbewohnt, und in einzelnen Regionen Indiens fänden Schulen zu wenig Schülerinnen und Schüler.
Für Grossbritannien schreibt Johnson, dass dort in diesem Jahr erstmals seit den 1970er Jahren mehr Menschen sterben als geboren werden könnten.

Verweis auf Umwelt, Ressourcen und Automatisierung
Viele Politiker bezeichnen die demografische Entwicklung als Krise. Johnson widerspricht dieser Sicht ausdrücklich.
Krise? Welche Krise?
Boris Johnson · Kolumne in der Daily Mail
Er beschreibt den Rückgang des Bevölkerungswachstums als eine Art natürliche Selbstregulierung, die den Druck auf Natur und Ressourcen verringern könne. Während seiner Lebenszeit sei die Weltbevölkerung von 3,2 auf mehr als 8 Milliarden Menschen gestiegen. Dies habe Abholzung, Umweltverschmutzung und den Verlust von Arten begleitet.
Zugleich verweist Johnson darauf, dass die Weltbevölkerung trotz sinkender Wachstumsraten bis 2080 auf 10,2 Milliarden Menschen anwachsen könnte.
Aus seiner Sicht sollten Regierungen deshalb auf Programme zur Ankurbelung der Geburtenrate verzichten. Wenn Automatisierung und künstliche Intelligenz Arbeitskräfte ersetzten, sei es nicht notwendig, die Bevölkerungszahl künstlich zu erhöhen, argumentiert er.



